NEOS Wien/Gara ad Wirtschaftskammer: Standort Wien als Ostregion neu denken

Gara: „Wien braucht ein gesamtheitliches Logistikkonzept und keine neuen Autobahnen“

„Völlig zurecht hat die Wirtschaftskammer Wien heute die Hilflosigkeit der Stadtregierung bei der Sicherung des Wirtschaftsstandortes kritisiert. Allerdings hält die WK an Lösungen aus dem vorigen Jahrhundert fest – der Zeit, in der Industrieflächen nicht mit anderen Funktionen mischfähig war und in der das Automobil das Maß aller Dinge war. Statt dem weiteren Ausbau von Autobahnen brauchen wir dringend Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel sowie ein ausgereiftes Logistikkonzept für den Großraum Wien. Hier ist die Stadtregierung bisher säumig gewesen“, so NEOS Wien Planungssprecher Stefan Gara.

„Bei den derzeitigen Grundstückpreisen werden manche Wirtschaftszeige nicht dauerhaft mit dem Wohnbau konkurrieren können. Hier sind integrierte Lösungen gefragt – und zwar einerseits durch die Durchmischung der Funktionen Wohnen und Arbeiten, andererseits durch die viel intensivere Kooperation unter den Bundesländern der Ostregion. In der Stadt Wien könnten sich problemlos Betriebe aus den Bereichen der Industrie 4.0 sowie der Forschung und Entwicklung halten. Betriebe mit hohem Flächenbedarf sollten dagegen an Standorten im Umland konzentriert werden, die gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sind“, so Gara weiter.

„Wir teilen die Meinung der WK, dass die Verkehrsplanung nicht an den Bundesländergrenzen aufhört. Das alleine genügt noch nicht, deshalb fordern wir, dass die Länder bei der Standortpolitik an einem Strang ziehen. Die wesentliche Chance für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Ostregion besteht darin, Maßnahmen für die künftige Wirtschafts-, Infrastruktur- und Siedlungsentwicklung länderübergreifend zu setzen. Dies empfiehlt auch die aktuelle Wirtschaftsanalyse der Planungsgemeinschaft Ost-Region. Was wir deshalb brauchen ist eine gemeinsame Standortstrategie der Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland. Diese muss die räumlichen Prioritäten in der Wirtschaftspolitik festlegen und die Abstimmung mit dem dafür wesentlichen Verkehrsinfrastrukturausbau garantieren“, fordert Stefan Gara abschließend.

„Die Wirtschaftskammer ist herzlich eingeladen, hier als Vorbild voranzugehen und ihre Strukturen zu verschlanken. Das würde vor allem eine Abschaffung der Kammerumlage 2 bedeuten, was alleine in Wien die Unternehmen um über 51 Mio entlasten würde. So könnte man sich nicht nur strategisch neu aufstellen, sondern auch zum Vorteil der Mitglieder Einsparungen erzielen.“

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