Gara/NEOS: Ärztemangel und Unterversorgung im Gesundheitssystem sind Realität

Spitalskonzept 2030 kann ohne Plan für niedergelassenen Bereich nicht funktionieren; Gesundheitssystem muss auch für Extremfälle wie Grippewellen gerüstet sein

„Die Zustände, die vergangenes Wochenende auf der Kinderambulanz im Donauspital geherrscht haben, zeigen deutlich den Personalengpass, der in den Wiener Spitälern seit der Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes herrscht. Auch in anderen Spitälern sind Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte schon weit über ihre Grenzen hinaus belastet – die Gesundheitsstadträtin muss diesen Personalmangel endlich eingestehen und handeln“, fordert NEOS-Gemeinderat Stefan Gara die Stadtregierung auf.

In Bezug auf die Aussagen des KAV-Direktors Janßen, der Andrang sei „selbst für Zeiten von Grippewellen außergewöhnlich hoch“, betont Gara: „Das Gesundheitssystem muss auch für Extremfälle wie Grippewellen gerüstet sein. Realitätsverweigerung und schön reden helfen dem Wiener Gesundheitssystem nicht. Herr Janßen, fragen Sie ihre Ärztinnen und Ärzte, die tagtäglich vor Ort um das Wohl der Patientinnen und Patienten bemüht sind, die unter der Belastung zusammenbrechen, unter Burn-out leiden und vermehrt kündigen. Starten Sie eine anonyme Umfrage über deren Zufriedenheit und Glauben an das Spitalskonzept 2030.“

Es sei kein Wunder, dass man sich mit der Neuregelung der Arbeitszeit bis zur letzten Sekunde Zeit gelassen habe, denn nur so konnte der bereits vorherrschende Personalmangel kaschiert werden. Nun drohen Ausnahmezustände wie im Donauspital die Regel zu werden. „Es ist unverständlich und in Wahrheit skandalös, dass die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten sich in dieser angespannten Situation nicht für die Interessen des ärztlichen und Pflegepersonals einsetzen“, kritisiert der NEOS-Gesundheitssprecher.

„Die Unterversorgung, die bereits im jetzigen System herrscht, wird durch das Spitalskonzept alleine nicht verbessert“, warnt Gara. „Spitals- und niedergelassener Bereich müssen gemeinsam in einem integrierten Wiener Gesundheitsplan entwickelt werden, denn nur in Kombination von beiden kann das Gesundheitssystem funktionieren. Vor allem braucht es dafür es eine einheitliche Finanzierung, die keinen Verdrängungswettbewerb zwischen den beiden Bereichen provoziert. Ohne Gesamtstruktur und Finanzierung aus einer Hand ist das Spitalskonzept 2030 in der Realität zum Scheitern verurteilt.“

„Dafür braucht es im ersten Schritt umfassende Transparenz: Die Gesundheitsstadträtin muss endlich Auskunft darüber geben, wie viele Diensträder gestrichen wurden und werden, wie viele Dienste derzeit nicht besetzt werden können, wo es an Ausbildungsplätzen fehlt, wie die Fachärzteausbildung sichergestellt werden soll, wie viele Ärztinnen und Ärzte im vergangenen Jahr gekündigt haben. Erst wenn diese Probleme anerkannt werden, kann ein sinnvolles Konzept für eine Transformation in ein tragfähiges Gesundheitssystem der Zukunft erstellt werden. Gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen dem KAV und der Ärztekammer hingegen helfen weder den Patientinnen und Patienten noch den Ärztinnen und Ärzten“, schließt Gara.

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