Kinderärztliche Versorgung: Die Schwächsten müssen leiden

In der von NEOS einberufenen Sondersitzung im Wiener Gemeinderat werden die Verantwortlichen zur Rede gestellt.

„Die andauernden Probleme im Bereich Kinder- und Jugendheilkunde zeigen wieder einmal die Schwächen des Wiener Gesundheitssystem auf, unter denen die schwächsten Glieder der Kette am meisten zu leiden haben – in diesem Fall die kranken Kinder und deren Eltern“, stellt Stefan Gara, Gesundheitssprecher von NEOS Wien, fest. „Die Wiener Ärztekammer hat heute erneut bestätigt, dass die kinderärztliche Versorgung in Wien dringend verbessert werden muss. Die Stadtregierung darf die Probleme nicht länger auf die lange Bank schieben, sondern muss im Sinne der Patientinnen und Patienten handeln. Die politischen Verantwortlichen werden auch in der von NEOS einberufenen Sondersitzung im Wiener Gemeinderat zum Thema ‚Notstand Gesundheitssystem: Häupl und Wehsely ohne Verantwortung und ohne Konzept!‘ Rede und Antwort stehen müssen“, so Gara.

In Wien haben im Fachbereich Kinder- und Jugendheilkunde laut praxisplan.at nur drei Kinderärzte am Wochenende geöffnet. Während der letzten Grippewelle wurde diese Zahl zeitweilig zumindest auf sieben Kinderärzte erhöht. Durch den Mangel an geöffneten Praxen an Wochenenden werden die Patient_innen automatisch in die Spitalsambulanzen getrieben und es kommt zu langen Wartezeiten. „Hauptursache für diese Situation sind nicht die fehlenden Ressourcen in der medizinischen Versorgung, sondern die Finanzierung des Systems durch zwei Hände: Krankenkassen auf der einen und Spitalsträger auf der anderen Seite, die sich gegenseitig die Patientinnen und Patienten zuschieben“, so der Gesundheitssprecher.

„Die Krankenkassen verknappen das Angebot bei Kassenärzten und zwingen so die niedergelassenen Mediziner in den Wahlarztbereich. Gleichzeitig verkürzt der Krankenanstaltenverbund (KAV) bzw. die Stadt Wien die Leistungen in den Spitalsambulanzen und versucht die Entwicklungen mit stark geförderten Einzelprojekten zu kaschieren. Das ist eine Systematik, die Kassenverträge noch unattraktiver macht und das Wahlarztsystem weiter fördert hin zu einer Mehr-Klassen-Medizin. Anstatt diesem unnötigen Hickhack braucht es schleunigst einen neuen Denkansatz in Wien. Der Ausbau der wohnortnahen Versorgung mit Primärversorgungszentren (PHC), der das gesamte Spektrum umfasst, muss vorrangig behandelt werden. Wir fordern seit langem die vorausschauende Planung und Berücksichtigung von Gesundheitsinfrastrukturen in den neuen Stadtentwicklungsgebieten. Dazu brauchen wir auch eine Finanzierung aus einer Hand, die die vorhandenen Ressourcen zur bestmöglichen Versorgung der Patient_innen gewährleisten soll“, schließt Stefan Gara.

 

NEOS Wien/Gara: Rot-Grün verschwendet Geld bei Magistrat-Büros

Donauspital: Hat Gesundheitsstadträtin Wehsely Angst vor den Patienten?