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Chronik eines willigen „Bauernopfers“

Er saß nicht mehr so fest im Sattel, wie er gerne behauptete: KAV-Chef Udo Janßen musste nun mit sofortiger Wirkung seinen Hut nehmen, obwohl sein Vertrag noch bis 2019 läuft. Eine frühzeitige Vertragsauflösung kostet und hat Tradition bei Unternehmen der Stadt Wien. Es ist ein weiterer Puzzlestein einer politisch verhaberten Wiener Gesundheitsversorgung.

Der gesundheitspolitische Kraftakt

Am Wiener Gesundheitssystem wird zukünftig von der ehemaligen Stadträtin für Personal operiert, die sich bei der Realitätsverweigerung ihrer Vorgängerin auffallend unauffällig verhalten hat. Die Personalrochade wäre nun ein guter Zeitpunkt für den dringend notwendigen „Neustart“ im Wiener Gesundheitssystem. Auf Sandra Frauenberger wartet ein Kraftakt. 

Es ist alles in Ordnung

Es hinterlässt einen skurrilen Nachgeschmack, wenn die Stadtregierung versucht, die Geschehnisse der letzten Wochen schön zu reden. „Es ist alles in Ordnung“? Ein Ärzte-Warnstreik samt Versuch, ihnen das Streikrecht abzusprechen, die Gründung einer neuen Pflege-Gewerkschaft und eine OTS-Schlacht sagen vor allem eines: Es ist eben nicht alles in Ordnung.

Alles eine Frage der Kultur

Wer nachhaltige Veränderungen in Unternehmen etablieren will, sollte sich Peter Drucker zu Herzen nehmen: „Culture eats strategy für breakfast.“ Wandel muss sich mit der Kultur beschäftigen und darauf achten, diese Werte NICHT zu zerschlagen. Sonst schlägt das System zurück – der KAV kann ein Lied davon singen. 

Willkommen in der Stadt der Menschenrechte

Eine Unternehmung der Stadt Wien droht seinen Mitarbeitern mit Disziplinarmaßnahmen, falls diese zu streiken wagen. Die Gewerkschaft nimmts gelassen und solidarisiert sich mit dem Arbeitgeber. Willkommen in der Stadt der Menschenrechte, in der Grundwerte nur dann gültig sind, wenn sie zu den politischen Ideen der Stadtregierung passen.